Wann müssen Umkleidezeiten vergütet werden?

In vielen Betrieben ist das Tragen einer bestimmten Dienstkleidung vorgeschrieben. Es stellt sich die Frage, wann der Arbeitgeber die für das Umkleiden erforderliche Zeit zu vergüten hat.

 

 

Das Bundesarbeitsgericht hat im Jahr 2015 (Beschluss vom 17.11.2015 – Az. 1: ABR 76/13) entschieden, dass Umkleidezeiten vergütungspflichtige Arbeitszeit sind, wenn es sich um auffällige Dienstkleidung handelt, die der Arbeitnehmer zu tragen verpflichtet ist. Um auffällige Dienstkleidung handelt es sich immer dann, wenn der Arbeitnehmer in der Öffentlichkeit als Angehöriger des Betriebes seines Arbeitgebers erkannt werden kann.

 

 

Außerdem muss der Arbeitgeber nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2016 (Urteil vom 26.10.2016 – Az.: 5 AZR 168/16) die Zeit für das Anlegen der Arbeitskleidung dann bezahlen, wenn diese Kleidung aus hygienischen Gründen getragen werden muss.

 

 

Legt der Arbeitnehmer die Dienstkleidung aber freiwillig bereits zu Hause an, entfällt ein Vergütungsanspruch. Außerdem entfällt ein Vergütungsanspruch, wenn ein auf das Arbeitsverhältnis anwendbarer Tarifvertrag dies anordnet.