Darf ein Arbeitnehmer während der Krankheit gekündigt werden?

Noch immer hält sich unter Arbeitnehmern hartnäckig das Gerücht, dass der Arbeitgeber keine Kündigung des Arbeitsverhältnisses aussprechend dürfe, solange der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist. Doch das ist ein Irrtum! Vielmehr ist das Gegenteil der Fall:

 

Die Krankheit des Arbeitnehmers stellt für den Arbeitgeber nämlich kein Kündigungshindernis dar. Kündigungen dürfen also auch ausgesprochen werden, während der Arbeitnehmer krankgeschrieben ist und eine Kündigung ist deshalb nicht unwirksam. Daher bringt es dem Arbeitnehmer auch nichts, mit Hilfe einer Krankschreibung in die Arbeitsunfähigkeit zu flüchten, um einer drohenden arbeitgeberseitigen Kündigung zu entgehen.

 

 

 

Ebenfalls ist es auch wichtig zu wissen, dass eine Erkrankung des Arbeitnehmers keinerlei Einfluss auf die Länge der Kündigungsfrist hat. Das bedeutet, dass im bereits gekündigten Arbeitsverhältnis der Ablauf der Kündigungsfrist nicht verhindert wird.

 

 

 

Findet auf den betreffenden Arbeitsvertrag ein Tarifvertrag Anwendung, muss dieser unbedingt beachtet werden. Manche Tarifverträge enthalten nämlich Regelungen, die den Ausspruch einer Kündigung durch den Arbeitgeber während der Erkrankung des Arbeitnehmers ausdrücklich verbieten.

 

 

 

Und was ist, wenn Sie als Arbeitnehmer während eines Krankenhaus- oder Kuraufenthaltes die Kündigung zugeschickt oder von einem Boten des Arbeitgebers in den Briefkasten eingelegt bekommen?

 

 

 

Nach dem Kündigungsschutzgesetz muss eine Kündigung innerhalb von drei Wochen mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht angegriffen werden, sonst gilt sie als von Anfang an wirksam und es kann nichts mehr dagegen unternommen werden. Damit die Einhaltung der Drei-Wochen-Frist also nicht gefährdet wird, sollten Sie unbedingt jemanden beauftragen, der regelmäßig Ihren Briefkasten leert und dafür sorgt, dass Sie vom Inhalt Ihrer Post Kenntnis erhalten und entsprechende Schritte einleiten können.